Bed & Breakfast

B&B heißt "Bed and Breakfast", also in etwa das, was bei uns "Fremdenzimmer" wären. Nur gibt es B&B hier wirklich an jeder Straßenecke. Zumindest kann man pro 1000 Einwohnern mit rund 5 B&B-Herbergen rechnen, wenn man nicht gerade südlich der Linie Glasgow-Edinburgh ist. Mit der Zeit entwickelt man einen Blick dafür, wo man B&B findet; meist ist es aber an der Straße recht deutlich ausgeschildert.

B&B wird in der Regel von Frauen ab 40 angeboten (die Männer kriegt man selten zu Gesicht, eher schon Enkelkinder); nicht selten übernachtet man in Ex-Kinderzimmern. Reiseführer sprechen oft von "familiärer Atmosphäre", aber eigentlich ist es meist recht professionell - selten kriegt man irgendwas vom Familienleben mit. Zum Service gehören mindestens mal ein opulentes Frühstück und die Badbenutzung, meistens die Möglichkeit, sich am Abend Tee oder Kaffee zuzubereiten (Wasserkocher und Teebeutel/Kaffeepulver) und zuweilen auch Fernseher oder Bad für sich allein. Letzteres, das eigene Bad, wird auf den Werbeschildern mit "en suite" angepriesen und bedeutet gewöhnlich, daß man etwas mehr zahlen muß.

Die Preise (1993 und 1995 unverändert, '96 rund 10% teurer) beginnen bei 10.00 pro Nase und Nacht, und unsere Obergrenze war immer bei 15.00. Wenn nicht gerade Hochsaison ist oder die Gegend besonders exklusiv, sollte man überall für 12 bis 13 etwas finden; 15.00 zahlt man eigentlich nur, wenn man partout keine Lust mehr zum Weitersuchen hat oder aber das angebotene Zimmer wirklich luxuriös ist. Im Schnitt haben wir 12.45 gezahlt, aber nur, weil wir auch zwei Jugendherbergen zwischengeschoben hatten.

Anmerkung vom Mai 1998: Diesmal war ich allein unterwegs und habe nicht so aufs Geld geschaut. Die billigste Unterkunft kostete mich 13, die teuerste 20 (einmal wurde mir was für 23 angeboten, da bin ich rückwärts wieder raus). Aufgrund des inzwischen deutlich teureren Pfundes sind das schon happige Preise. Als Alleinreisender hat man es nicht ganz so leicht, weil viele keinen "single room" haben; entweder wird man abgewiesen, oder man kriegt halt ein größeres Zimmer, oft zahlt man aber auch etwas mehr. Einmal habe ich gehört, daß ein im gleichen Haus untergrbrachtes Paar 15 pro Nase zahlte, ich aber 17 für mein Einzelzimmer. Einmal habe ich auch "verhandelt" und auf mein freundliches "danke, aber das ist etwas zu teuer für mich" eine Reduktion rausgeschlagen (von 18 auf 16 - was mir im Nachhinein unangenehm war, weil man mich so freundlich behandelte, daß ich auch den höheren Preis gezahlt hätte).

Lästige Gästebücher

Es ist ja immer ganz nett, wenn man in einem Gästebuch schmökern kann und vielleicht sogar eigene Bekannte darin wiederfindet (wie es uns einmal passiert ist); nervig ist aber die "Comment"-Spalte. Schreibt man wie alle anderen "Thanks", "Great", "Wonderful" oder ähnlichen Mist hinein, wenn es einem gut gefallen hat? Wenn man sich über etwas aufgeregt hat, soll man das da wirklich verewigen...? Ich hab dann meist was übers Wetter geschrieben...

Scottish Breakfast

Ein paar Worte noch zum zweiten B, dem Frühstück: Standardmäßig gibt es vorab einen Teller mit Rühr- oder Spiegelei, Tomate, Schinken und oft Champignons, zuweilen Würstchen. Manchmal auch "Porridge", einen Haferbrei, der von den Schotten normalerweise mit Salz gegessen wird. Danach in beliebiger Abfolge zum Selbstbedienen Toast mit Marmelade (merke: marmalade ist immer die aus Zitrusfrüchten, jam heißt es, wenn es aus Erdbeeren o.ä. gemacht ist) und "Cereals". Da gibt es dann meist 3, 4 verschiedene Sorten Cornflakes, Crispies, Müsli undsoweiter. Tee (siehe aber meinen Artikel dazu) oder Kaffee in Mengen, dazu meistens O-Saft. Ach, und sollte mal der Brotaufstrich "Marmite" auf dem Tisch stehen: Bloß die Finger weg...
Lesermeinungen
Ein Leser hat angemerkt, daß mein "happige Preise" vielleicht etwas übertrieben war angesichts durchaus vergleichbarer Preise hier in Deutschland. (Dezember '99)

Verwandte Themen: Tee / Ernährung / Umweltschutz / Liste unserer Unterkünfte


  Frederik Ramm, 2001-04-25