Fünfter Tag: Samstag, 1.4.95

immer noch Logbuch-Eintrag 1.4., 21:25, im Bett

Am nächsten Morgen wieder ne Menge Frühstück - Ela und ich hatten aber den Porridge, Claudia das Ei abbestellt. Derart gestärkt, ging es in Richtung Norden nach Elgin, wo wir zufällig an einem Riesen-Supermarkt vorbeikamen und ein wenig im Reich der "Buy two, get third free"-Angebote stöberten (siehe dazu auch meine Artikel über Einkaufen und Ernährung). Die alte Kathedrale in Elgin ließen wir hingegen links liegen (hatten wir schon vor zwei Jahren nicht besonders eindrucksvoll gefunden) und steuerten die Findhorn Bay an. Dort spazierten wir ein wenig am Nordseestrand herum, und Ela sammelte kiloweise "toll aussehende" Steine ein. Ich hatte meinen Spaß damit, einige davon unter Verwendung größerer Brocken aufzuknacken - wir entdeckten allerdings keine tollen Einschlüsse. Verdammt windig war es wieder mal.

Auf der Weiterfahrt in Richtung Inverness klapperten wir einige Sehenswürdigkeiten ab, namentlich: "Sueno's Stone", einen vermutlich von den Pikten aufgestellten, reich mit Symbolen versehenen Stein; das (leider erst ab April geöffnete) Cawdor Castle (1996 haben wir uns immerhin die Gärten und die Ausstellung dort angeguckt, man sagt, Cawdor habe Shakespeare zu Hamlet inspiriert - aber zur Führung durch die Räume hatten wir dann keine Lust); die Clava Cairns (über 4000 Jahre alte Grabmale) und schließlich das Schlachtfeld im Moor von Culloden, wo 1746 die entscheidende Schlacht zwischen den von Bonnie Prince Charlie geführten Highlandern und den Engländern stattfand. Für jemanden, der historisch nicht interessiert ist, haben alle diese Dinge eher wenig Reiz, aber wer sie einigermaßen einordnen kann, der schätzt sicherlich diese "Bebilderung" historischer Fakten. (Ein Leser hat angemerkt, daß der Konflikt weitreichender war als bloß "Engländer gegen Highlander": "[...] auf seiten der Engländer waren auch Highlander und Deutsche, und auf seiten der Highlander waren auch Iren und Franzosen." - Geschichte wird bestimmt nie mein Spezialgebiet :-)

Wir erreichten Inverness, fuhren aber zunächst (nicht ganz ohne Irrungen) hindurch und auf die "Loch Ness Route", die A82. Am nördlichen Ufer des Loch Ness entlangfahrend, wollten wir uns eine B&B-Herberge suchen, um am Abend nochmal nach Inverness zu kommen; wir wurden erst in Milton, kurz hinter Drumnadrochit mit seiner berühmten "Loch Ness Monster Exhibition", fündig. Für 12.50 immerhin ein Fernseher auf dem Zimmer. Naja, wir tranken einen Tee und nahmen diesmal eine andere Strecke zurück nach Inverness, wo wir ein wenig spazierengingen und schließlich bei der "Deep Pan Pizza Co." zum Dinner einkehrten. Zurück nach Milton durfte Ela diesmal ihre erste Single Track Road probieren - ging gut, gab aber auch keinen Gegenverkehr. Jetzt gucken wir noch ein wenig "License to kill" mit Timothy Dalton als James Bond, und dann ab in die Heia - morgen um 8 soll es Frühstück geben.


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  Frederik Ramm, 2001-04-28