Einordnung

Elta bietet mit dem Elta 8842 einen preiswerten, echten USB 2.0-Stick mit der Speicherkapazität 1 Gigabyte an. audio

Geschwindigkeit

Leider hat das Label USB 2.0 keinen Wert mehr im Bezug auf die Übertragungsrate und die Geschwindigkeit von USB-Geräten. So gibt es inzwischen einige Sticks am Markt die USB 2.0 gelabelt sind, aber nur USB 2.0 Full Speed bieten. Wichtig ist auf USB 2.0 High Speed zu achten, sonst bekommt man nur einen Stick mit einer Übertragungsrate von ca. 800 kB/Sekunde. Mit einem richtigen USB 2.0 High Speed Gerät ist das zehnfache möglich. So konnte ich mit dem Elta 8842 unter Linux mit meinem alten Athlon 700 Mhz durch hdparm ca. 3,5 MB/Sekunde messen. Das ist mehr als das 4 fache eines angeblichen USB 2.0 Sticks. Zum Vergleich: Um die 1GB komplett voll zu machen, braucht man mit dem Elta 8842 etwas mehr als 5 Minuten. Dazu mit einem Full Speed Stick etwas mehr als 22 Minuten.

Hardware

Vermutlich interessiert sich außer mir sowieso niemand was in so einem Spielzeug drinnen ist, deshalb fasse ich mich hier kurz.

Der Elta 8842 basiert auf dem STMP3520-Chip von Sigmatel. Das ist ein hochintegrierter Baustein, der sämtliche Funktionen rund um digitale Audio-Wiedergabe vereinigt. Kern ist der Prozessor, der dem Motorola DSP56004 entspricht. Dazu kommen Komponenten für die AD-Wandlung, Akku-Ladeschaltkreise, die Ansteuerung von Speicherinterfaces (SmartMedia/Compact Flash/NAND Flash 128KB Block) und das USB 2.0 Device. Auf dem 24-Bit Chip, der mit 75 Mhz getaktet wird, befinden sich 288KB RAM sowie 48KB ROM sowie ein Filter Coprozessor. Das Ding steuert sogar selbstständig die LCD und Tasten an, besitzt ein I2C/SPI/GPIO und ein CDRom-Interface. Ein weiteres optionales Interface erlaubt die Zusammenarbeit mit einem anderen Prozessor z.B. in einem Mobil-Telefon oder PDA.

Einige andere Hersteller von mp3-Sticks verwenden dieses Schmuckstück ebenso. So z.B. der Targa TMU-004, Loomax-S600 oder der entsprechende Stick von Panda Electronics.

FAT32

Einwenig kann man noch aus dem Stick kitzeln, wenn man ihn mit dem Dateisystem FAT32 formatiert. Damit kriegt man die Clustergröße auf 4 kB pro File runter (statt 32 kB) und damit den Verschnitt. Wenn man nicht von einem uralten DOS (vor Dos 7) oder einem uralten Windows (vor Win 95b) auf den Stick zugreifen will, ist die Benutzung von FAT32 vorzuziehen.

Playlisten

Leider gibt es keine Möglichkeit dem Stick mehrer verschiedene Playlisten beizubringen.
Der Stick arbeitet die Sound-Dateien in einem Verzeichnis der alphanumerischen Reihenfolge der kurzen 8.3-Dos Dateinamen nach ab. Um eine Playliste abzubilden ändert man nun einfach die Dateinamen so ab, daß die gewüschte Reihenfolge abgespielt wird:

Eleganter geht es mit dem Programm DriveSort. Das ändert quasi unsichtbar nur die kurzen 8.3-Dos Dateinamen in Zahlenwerte die die gewünschte Reihenfolge abbilden, die langen Dateinamen bleiben erhalten. Das kann man sich danach unter XP im Dos-Fenster mit dir /X oder unter Linux mit den mtools anschauen.

id3-Tags

Auf dem Display zeigt der Stick den Titel-Tag vom idv2 aus dem momentan gewählten mp3 an. Wenn der nicht vorhanden ist, den Titel-Tag aus vom idv1 und wenn alle Tags fehlen, den langen vfat Dateinamen. Unterverzeichnisse, Albumtitel oder Künstelername werden nicht angezeigt.

Software

Bei solchen Geräten spricht man in diesem Zusammenhang eher von Firmware. Dabei sollte man sich klar darüber sein, daß diese Firmware ein komplexes Echtzeit-Betriebssystem ist. Die Firmware ist mit im 1 GB Flash-RAM untergebracht. Deshalb ist die reine Speicherkapazität des Elta 8842 netto nicht wirklich 1 GB.

Nachteil dieser Lösung ist, daß man, wenn man per Linux auf den Strick zugreift, neu partitioniert oder sonstige Spielereien mit Heads/Sectors/Tracks und Cylinders macht, man sich die Firmware sehr einfach überschreiben kann. Danach macht der Stick gar nix mehr. Meldet sich nicht mehr beim Rechner per USB an oder läßt sich nicht einschalten oder schlicht beides.

Recovery

Glücklicherweise haben schon andere mit meiner Kompetenz in diesem Bereich gerechnet und dem Stick einen Recovery-Modus eingebaut. Dazu muß man nur:

Leider hat mir Elta zu meinem Stick eine falsche CD beigelegt und so konnte mein Stick nach dieser Prozedur nicht mehr starten und wurde am USB-Bus nur noch mit 512 MB Speicherkapazität erkannt. Aber immerhin wurde er wieder erkannt und das machte mir Hoffnung. Deshalb bitte nicht die Firmware von der beigelegten CD einspielen! Besser ist die Firmware auf der Elta-Seite. Da kommt dann zwar gleich noch ein Schwung DRM (digital rights management) mit, aber damit muß man heutzutage wohl leben.

Living on the Edge

So eine Hardware, bei der man einfach die Firmware austauschen kann und sogar einen Sicherungsmechanismus gegen eigene Dummheit hat, läd natürlich dazu ein, an der Firware rumzuspielen. Da es SigmaTel, von denen die Hard- und Software stammt, schon eine Weile gibt, gibt es auch entsprechende Programme, die Firmware von SigmaTel manipulieren können.Ab hier machen wir das Gerät kaputt. Wer jetzt noch weiterließ braucht sich nicht zu beschweren oder versuchen mich haftbar zu machen, wenn das Gerät in absehbarer Zeit nicht mehr funktioniert. Es gibt also entsprechende Softwares. Da ist z.B. das SDK welches man von SigmaTel erhalten kann, wenn man dort registeriert ist. Das ist mir allerdings nicht gelungen.

Glücklicherweise ist es im weltweiten Internet schwer irgendwelche Dateien unter Verschluß zu halten. Und so kann man sowohl in diversen Tauschbörsen als auch bei Google unter dem Stichwort stmp35xx-ds-1-03.pdf genauere Informationen zum STMP3520 bekommen auf dem der Elta 8842 basiert.

Für einen verwandten Sticks, den iAudio G3 gibt es ein Programm namens iBeat ResEdit mit dem man die Datei resource.bin aus der Firmware des Elta 8842 getrennt in sogenannten Resourcen ansehen kann. Damit ist es einfach möglich Texte und Bilder auszutauschen. Statt dem Elta-Logo könnte man was persölicheres ins Display schreiben, beim Starten des Sticks. Oder die Shutdown-Sequenz mit einer kleinen Animation belegen. Dazu liegt hinter obigem Link auch das Programm ilogoed aus. Pinguin Fans aufgepaßt: Da ist auch eine kleine Sequenz mit dem Linux-Pinuguin bei den Beispielen.

Ausblick

So, hoffentlich konnte ich einwenig technischen Hintergrund zum Elta 8842 liefern, den ich so selbst nicht im Internet gefunden habe. Für Anregungen und Hinweise bin ich wie immer dankbar.

Last update was on Tuesday, 15-Nov-2005 by Sven Dickert