Allgemeines
Die Lin-o-Disk ist eine Diskette mit einer minimalen Linux-Umgebung. Sie kann
als Bootdiskette in Intel-PCs (ab 486) mit min. 8MB Ram verwendet werden.
Installation
Um die Diskette zu verwenden, muß lediglich das
Image auf eine 1.44 MB (3.5 Zoll) geschrieben
werden.
Das funktioniert unter Linux mit dem Kommando
dd if=lin-o-disk2 of=/dev/fd0
Aufbau der Diskette
Die Diskette ist als MS-Dos Diskette formatiert. Es befinden sich folgende
Files darauf:
- ldlinux.sys ist der Bootloader von syslinux
- syslinux.cfg ist die Konfigurationsdatei für den Bootloader
- boot.msg ist eine Nachricht, die während dem booten angezeigt wird
- linux ist ein Linux-Kernel zImage. Im Weiteren: der Kernel.
- initrd.img ist ein ext2 Filesystem (gzip gepackt) welches das
Linuxsystems bildet. Im Weiteren: das Filesystem.
Inhalt
Die Diskette ist in erster Linie für die Installation und Reparatur
von Linux Systemen gedacht. Die installierten Programme sind deshalb in
verschiedene Kategorien unterteilt. ls -lR
Filesysteme
Der Umgang mit ext2 und msdos Filesystemen ist im Kernel einkompiliert.
Im Filesystem sind die Programme fsck (für ext2) sowie mkfs (für
ext2 und MS-Dos) vorhanden. Mit mkswap erstellt man eine Swap-Partition.
Dazu kommt das Programm fdisk mit dem man Festplatten partitionieren kann.
Mit mount können vorhandene Filesysteme aktiviert werden, mit
umount werden diese wieder deaktiviert. Der Befehl chroot erlaubt es
ein Filesystem als "neues" / Filesystem zu verwenden. Mit fdformat kann man
eine Diskette im MS-Dos Format formatieren. Das Programm df informiert
über aktivierte Filesysteme. Mit dem isofs Modul und den Treibern
für CD-Rom-Laufwerke können auch CD-Roms gelesen werden.
Netzwerke
Im Kernel sind verschiedene Netzwerktreiber einkompiliert. Dazu kommen pcmcia Netzwerktreiber-Module im Filesystem. Zur Netzwerkkonfiguration stehen die
Programme ifconfig und route zur Verfügung. Eine schnelle
Netzwerkonfiguration kann man mit dem Makro donet und dem Ausfüllen
des Formulars (mit dem vi) erreichen. HOSTNAME ist zwingend anzugeben.
Aufbauend auf dem Netzwerk kann man mit ping/fping/traceroute die
Erreichbarkeit anderer Rechner im Netzwerk herausfinden. Mithilfe von
rpcinfo/showmount und mount lassen sich nfs-Dateisysteme aktivieren. Mit
socket kann man Internetverbindungen auf einem Port herstellen. Sowohl
das Einrichten von Serverdiensten (a la inetd) als auch Clientdienste (wie
z.B. http - GET und HEAD) lassen sich damit realisieren. Die Programme ssh
und scp erlauben eine secure-Verbindung zu einem anderen Rechner (login und
filetransfer). Linsniff ist ein kleiner Netzwerksniffer, der pop3/telnet/ftp
Paßwörter aus dem Netz ließt. Smallirc schließlich ist ein sehr kleiner und dennoch
komfortabler IRC-Client.
Filedienste
Im Filesystem ist das Gespann tar/gzip installiert. Mit vi lassen sich
Ascii-Dateien editieren. Binärdateien können mit fm editiert werden.
Das Programm bsplit kann dazu verwendet werden,
Binaer-Dateien aufzuteilen. Die Programme grep,echo,cat und cut sind zur
zeilenweisen Manipulation von Ascii-Dateien zu verwenden. Das Programm dd
kopiert von einem Device in ein anderes.
Seriell
Mit minicom steht ein leistungsfähiges Terminalprogramm (vt100) zur
Verfügung. Mithilfe von sz/sx sowie rz/rx erlaubt dieses den Dateitranfer
über eine serielle Verbindung.
Misc
Das /proc-Filessystem gibt einigen Aufschluss über den verwendeten
Rechner. Das Programm dmesg zeigt die Kernel-Meldungen vom Boot an. open
legt eine Shell (kiss) auf eine virtuelle Konsole ohne einen getty. loadkeys
ist für die deutsche Tastaturbelegung notwendig. Die ash ist die
Shell zur Interpretation von Skripten. savedisk schliesslich speichert das
momentan verwendetet Fielsystem auf die Diskette ab. Damit werden
Äderungen in der Konfiguration auch bis zum nächten Boot
gespeichert.
Startup
Die Diskette bootet in folgenden Schritten
- Der Bootblock läd ldlinux.sys. Je nach Konfiguration in syslinux.cfg
wird danach das Filesystem initrd.img und der Kernel linux geladen.
- Der Kernel wird gestartet und die Treiber erkennen verschiedene Hardware
(oder auch nicht)
- Der Kernel benutzt das initrd.img als / Filesystem und startet darin die
Datei linuxrc
- linuxrc setzt im Kernel die Ramdisk als / und kehrt wieder in den Kernel
zurück
- nun startet der Kernel /sbin/init von seinem / Filesystem.
- der init arbeitet die /etc/inittab ab, in der die Datei /etc/rc
gestartet wird.
- ist /etc/rc fertig, werden auf den virtuellen Konsolen 2-4 /bin/kiss
gestartet.
Konfiguration
Einfache Konfigurationen in /etc/inittab, /etc/rc, /etc/HOSTCONFIG oder /etc/hosts
können direkt nach booten der Diskette mit dem vi durchgeführt
werden. Nach jeder Änderung im Filesystem muß das veränderte
Filesystem mit savedisk wieder auf Diskette geschrieben werden.
Das Kernel-Image ist ein zImage. Wenn dieses ausgetauscht wird, müssen die
Module im Filesystem (/lib/modules/) ebenfalls ausgetauscht werden.
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Last update was on Monday, 18-Oct-1999 by Sven Dickert